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Geschichte der Erdölproduktion

  


Man trifft in den Werken von Gelehrten und Reisenden aus dem Mittelalter auf Informationen über die Produktion von Naphta-Erdöl in Aserbeidschan. Es wird darüber berichtet, daß dieses außergewöhnliche Produkt große Einnahmen mit sich bringt. Aber zu jener Zeit wurde Erdöl nur im Alltag und darüber hinaus für medizinische und militärische Zwecke verwendet.  Mit der Industriellen Revolution im 18.-19. Jh. stieg der Bedarf an Erdöl enorm an. Erdöl wurde zu einem strategischen Produkt von vorrangiger Wichtigkeit. Die Erdölproduktion erlebte weltweit einen Boom. Im Bereich der Ölproduktion flossen auch große Investitionen nach Aserbeidschan. Die Stadt Baku mit ihren alten Erdöltraditionen wurde zum Zentrum der Entwicklung und Anwendung fortschrittlichster Technologien im Zusammenhang mit der Bohrung, des Pumpens und der Produktion von Erdöl. Mitte des 19. Jh. begann eine neue Ära der Erdölproduktion. Die ersten Erdölquellen wurden unter Anwendung der Technologien zunächst 1847 in Bibiheybet und später in Balahanı gebohrt. 1901 produzierte Aserbeidschan 11,5 Mio. Tonnen Erdöl und stieg auf den ersten Rang in der Produktion weltweit (in den USA wurde im gleichen Jahr 9,1 Mio. Tonnen Erdöl hergestellt). 
Ab den 70’er Jahren des 19. Jh. begann der schnelle Auflauf von Fremdkapital in die Erdölindustrie von Aserbeidschan. Die Entwicklung der Ölindustrie führte dazu, daß sich hier ein Stamm einheimischer Geschäftsleute gebildet hat.
Die zweite Ära der Erdölproduktion begann im Jahr 1920 nach der Nationalisierung der Ölindustrie in Aserbeidschan.  Mit der Erweiterung der Erschließungsarbeiten im Reservoir «Neft Dashlari» 1949 auf offener See wurden in Aserbeidschan eine Reihe neuer Erdöl-Reserven (speziell die Reserven von Gala, Buzovna-Mashtagha etc.) in Betrieb genommen und die Ölproduktion erreichte 1941 die Ziffer von 23,6 Mio. Tonnen. Zu dieser Zeit bildete die Erdölproduktion von Baku 76% der UDSSR-Gesamtproduktion.
1941 wurden in Aserbeidschan (mit Ausnahme von 2006) Erdöl in einer maximalen Menge – d.h. in Höhe von 23,5 Millionen Tonnen erzeugt. Diese Menge entsprach 71.4% der Erzeugung in der gesamten ehemaligen Sowjetunion. Eine solch hohe Produktion verhalf der UDSSR zu ihrem Sieg im Zweiten Weltkrieg und erhöhte die Bedeutung des Erdöls in der Lösung zahlreicher Probleme der nationalen Wirtschaft.


Außerdem war Aserbeidschan der erste Standort der Welt in der man die Erdölproduktionsarbeiten auf offener See startete und nacheinander mit der Aufarbeitung von Reservoirs wie «Gürgan-Deniz», «Pirallahı», und der «Chilov-Insel» auf dem Aserbaidschanischen Abschnitts des Kaspischen Meeres begonnen wurde. Am 7. November 1949 wurde auf offener See das Reservoir von «Neft Daşları», 40 km vom Ufer und 90 km von Baku entfernt, entdeckt, was den Bekanntheitsgrad von Aserbeidschan und des Kaspischen Meeres weltweit erhöhte.
Die Inbetriebnahme des «Neft Daşları»-Reservoirs 1950 begann im Laufe der Weiterentwicklung der Erdölindustrie in Aserbeidschan, welche bis 1969 fortfahren sollte. In dieser Zeitspanne wurden die meeresgeologischen Sucharbeiten beschleunigt, mehrere Erdöl- und Erdgasreserven in Gang gesetzt und Bohrarbeiten (und Sucharbeiten) auf der Hochsee, die Bautechnik und -technologie von Hydroelektrischen Ölbauanlagen sowie die Infrastruktur der Erdölerzeugung auf Hochsee weiterentwickelt.
Damals wurden eine Reihe wichtiger Ölfelder gefunden und in Betrieb genommen (Kürovdag, Mishovdag, Kürsenge, Garabagli, Galmaz, Garadagh etc.). Generell wurden das Feld «Neft Dashlari» und die anderen Ölfelder intensiv bearbeitet und ausgeschöpft. Erstmals auf der Welt wurde eine Meeres-Ölbauanlage auf Pfeilern auf Offener See gebaut. Hier wurden nach komplexen Maßnahmen auf Ingenieursebene und aus wissenschaftlich technologischer Sicht getroffen und darauf Investitionen in großen Summen angelegt, hohe Effizienz durch Einsparung von Metall erlangt und die Kosten jeder Tonne an Erdöl enorm gesenkt.
1970 wurde die Produktionsgemeinschaft «Hazardenizneft» (Naphta des Kaspischen Meers)  (İB) gegründet.
Die technischen Möglichkeiten die bis zu diesem Datum im Kaspischen Meer angewandt wurden, erlaubten es bis zu einer Meerestiefe von 40 Metern zu arbeiten.  Damals wurden alle Erdöl- und Erdgasreserven im Aserbaidschanischen Abschnitt des Kaspischen Meeres in Tiefe von bis zu 40 m komplette erschlossen. Die Steigerung der Öl- und Gasproduktion war verbunden mit den Erdöl- und Erdgasreserven in größeren Tiefen.
In den Jahren 1970-80 wurden über 400 Stück Hochleistungs-Kranschiffe, Schleppboote, Passagierschiffe etc. 75 verschiedener Typen nach Aserbeidschan importiert. Im Kaspischen Meer begann das Kranschiff «Aserbeidschan» mit einer Belastungskraft von 2500 Tonnen zu arbeiten. Darüber hinaus wurde nach dem Kauf von Bohrgeräten des Typs „Chasar“ für die Fortführung der geologischen Erschließungsarbeiten in Feldern mit einer Meerestiefe von 70 Metern, und dem Kauf von Halbtauchbohranlagen des Typs «Shelf», welche Arbeiten in 200 Meter Tiefe des Meeres erlaubten, die Gelegenheit geschaffen in tieferen Zonen nach reichen Erdöl- und Erdgasreserven zu suchen. Schließlich wurde im Vergleich zu den 1960’er Jahren acht neue Erdöl und Erdgasreserven erschlossen, und somit die Ölquellen um ein zweifaches und Gasquellen um ein dreifaches erhöht.
Die Gesamtmenge von Erdöl und Erdgas erreichte im Jahre 1975 die Masse von 27,1 Millionen Tonnen. Die Anzahl der schwimmenden Bohranlagen erhöhte sich in den 1980’er Jahren auf 11. Dann wurden die an Erdöl reichen Felder in Meerestiefe von 80-350 Metern gefunden, welche das eigentliche Ausmaß des Aserbaidschanischen Erdöls bestimmten (Guneshli, Chirag, Azeri etc.).
Ende der 70’er und anfangs der 80’er Jahre wurden in 80-350 m Tiefe die heute weltbekannten Ölfelder «Azeri», «Chirag», «Kepez» sowie «Guneshli», das heute über 60 Prozent des  SOCAR-Erdöls liefert, entdeckt.
Am 20. September 1994 wurde ein Abkommen unterzeichnet, der die „Gemeinsame Verarbeitung der Reserven «Azeri», «Chirag» und  «Guneshli» (tieferer Teil des Meeres) im Aserbaidschanischen Abschnitt des Kaspischen Meeres sowie die Anteilsverteilung der Produktion“ vorsah und später als «Vertrag des Jahrhunderts» bezeichnet wurde. 11 Grosse Erdölkonzerne aus 8 Ländern der Welt haben diesen Vertrag unterzeichnet.  
Am 17. April 1999 ereignete sich ein anderes Geschehen, das für die Geschichte des unabhängigen Aserbeidschans von extrem wichtiger Bedeutung ist. Unter der Teilnahme der Staatsoberhäupter von Aserbeidschan, Georgien und der Ukraine wurde der Erdölzone von Baku-Supsa sowie das Supsa Export-Terminal an der Georgischen Schwarzmeerküste für die Anwendung freigegeben. Somit wurde mit dem Export des aus dem «Chirag»-Reservoirs gepumpten Erdöls vom Hafen Supsa in die Weltmärkte begonnen und erstmals wandte sich das Aserbaidschanische Öl nicht dem Norden, sondern dem Westen zu.
Bezüglich der Erdöl- und Erdgasreserven im Aserbaidschanischen Teil des Kaspischen Meeres wurde während des AGIT-Gipfels in Istanbul am 18. November 1999 unter den Staatspräsidenten von Aserbeidschan, Georgien und der Türkei ein Abkommen über „Den Transport von Rohöl über die Länder der Republik von Aserbeidschan, Georgien und der Türkischen Republik durch die Hauptausfuhrpipeline zwischen Baku-Tiflis-Ceyhan“. Gleichzeitig unterzeichneten die Republik von Aserbeidschan, Georgien und die Republik der Türkei sowie die Republik von Kasachstan und die USA die Istanbuler Deklaration, welche dieses Projekt unterstützte.  Somit wurde ein wichtiger Schritt für die langfristige Wahrung der wirtschaftlichen Interessen Aserbeidschans, für eine breitflächige internationale Zusammenarbeit und für die Wahrung des Friedens, der Stabilität und der Sicherheit der Region getan.
Der Abschluß eines Vertrags mit den Ölkonzernen der weltgrößten Staaten war aus Sicht der Aserbaidschanischen Bevölkerung ein großer Erfolg. Das Abkommen stärkte das Vertrauen der Weltstaaten in das Land Aserbeidschan. Es wurde der Raum für die nachfolgenden Investitionen der weltweit größten und einflußreichsten Ölunternehmen der Welt.
2001 wurde der Staatliche Erdöl-Fonds der Republik von Aserbeidschan (ARDNF) gegründet. Die Einnahmen durch das Erdöl werden in diesem Fonds gesammelt.  Der grundlegende Zweck diese Fonds besteht in der gerechten Verteilung der natürlichen Reichtümer unter den heutigen und den kommenden Generationen.  Ein anderer wichtiger Punkt ist die Aufrechterhaltung der makro-ökonomischen Stabilität sowie der Schutz des einheimischen Geldmarktes gegen den ständig zunehmenden Devisenstroms.
Derzeit beträgt die Tageskapazität der Aserbaidschanischen Erdölproduktion 24 Bruttoregistertonnen. Der Gewinn, der innerhalb der nächsten 20 Jahre durch die Erzeugung von Erdöl und Erdgas erzielt werden soll wird auf 200 Milliarden geschätzt.



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